Körpertherapien

Dynamische Wirbelsäulentherapie nach Popp

Die Dynamische Wirbelsäulentherapie nach Popp (DWP) ist ein ganzheitlich sanftes manuelles Therapieverfahren. Die Sichtweise der dreidimensionalen Beckenstatik und die Behandlung der Wirbelsäule erlauben eine sehr differenzierte und schonende Behandlung der Gelenke. Die Korrektur der Strukturen geschieht nicht über eine passive Manipulation, sondern durch eine aktive Bewegung, die vom Therapeut angeleitet und vom Patienten durchgeführt wird. Die Therapie an der Wirbelsäule mit der Dynamischen Wirbelsäulentherapie nach Popp (DWP) ist effektiv und nahezu schmerzfrei.

 

Der Ursprung der DWP ist die Dorn-Methode. Oft haben Statikverschiebungen im Körper einfache Ursachen, z.B. einseitige Belastung, Überlastung und damit einhergehende Verspannungen. Das heißt, unphysiologische Muskelarbeit führt zu Dysfunktionen. Die DWP gibt dem Therapeut die Möglichkeit, sowohl bei aktuen Beschwerden als auch bei chronischen Schmerzverläufen deutliche Besserung zu erzielen.

 

 

Indikationen:       - Bandscheibenvorwölbungen und Bandscheibenvorfälle

                             - Schmerzzustände an der Wirbelsäule aufgrund muskulärer Dysbalancen 

                             - Spondylolisthesen

                             - Spondylarthrosen

                             - Facettengelenksproblematiken

                             - Osteochondrosen

                             - Skoliosen

                             - Ischialgien

                             - ISG-Blockaden

 

 

Aus der praktischen Erfahrung bestätigt sich, was auch aus der viszeralen Osteopathie bekannt ist, dass viele chronische Erkrankungen, aufgrund der segmentalen Verknüpfungen, reflektorische Ursachen in Wirbelkörperdysfunktionen haben können, zum Beispiel

 

                              - Kopfschmerzen,

                              - Migräne,

                              - Neuralgien,

                              - Parästhesien,

                              - Asthma, Bronchitis,

                              - Magen-Darmbeschwerden

 

                              ....und vieles mehr.


Sie wollen es etwas genauer wissen?

 

Wunderwerk Muskel

 

Leben ist Bewegung, ohne Bewegung gibt es kein Leben – und keine Bewegung ist ohne Muskel möglich. Unser Herzmuskel pumpt unermüdlich Blut durch den Körper, um ihn mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Muskeln in unseren Organen und Drüsen sorgen für einen geregelten Stoffwechsel – mit ihrer Hilfe können wir Nahrung zu uns nehmen und verdauen. Und mit unseren Skelettmuskeln können wir atmen, uns bewegen und die Welt erobern.

 

Wir Menschen besitzen 656 einzelne Skelettmuskeln – je nach Trainingszustand machen sie 25 bis 40 Prozent unserer Körpermasse aus und sind damit das größte Organsystem des Körpers. So ist es nachvollziehbar und vor allem verständlich, dass eine gute Verfassung der Muskulatur zu Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und auch Lebensfreude beiträgt. Normalerweise sind unsere Muskeln sehr pflegeleicht – so lange sie das tun dürfen, wofür sie geschaffen sind: sich bewegen, möglichst vielseitig, anspannen, entspannen, sich verkürzen und wieder lang werden. Aber das gelingt den meisten Menschen immer weniger. Die einen leiden unter Bewegungsmangel, die anderen müssen tagein, tagaus einseitige und monotone körperliche Tätigkeiten verrichten. Beides führt zu Muskelverspannungen und oft auch zu Schmerzen. Je früher Sie etwas gegen Schmerzen tun, desto leichter lassen sie sich wieder beseitigen.

 

 

Wie funktioniert ein Muskel?

 

Wie baut ein Muskel die Spannung auf, die wir brauchen, um uns aufrecht halten und Bewegen zu können? Wie wird die Spannung reguliert und warum kommt es vor, dass Muskeln sich verspannen und schmerzen? Um diesen Zusammenhang besser verstehen zu können, wollen wir uns als erstes die Anatomie des Muskels anschauen, und zwar die kleinste Einheit des Muskels: das Sarkomer.

 

Das Sarkomer besteht aus verschiedenen Proteinfäden: einem Myosin-Filament und zwei Aktin-Filamenten. Das Myosin-Filament ist der „aktive“ Partner. An seinen Seiten finden sich eine Reihe von „Köpfchen“, die sich wie kleine Ruder bewegen können. Wenn nun diese Myosin-Köpfchen an den Aktin-Filamenten andocken und eine Ruderbewegung durchführen, gleitet das Myosin-Filament in die Aktin-Filamente hinein. Das Sarkomer verkürzt sich, es spannt sich an. Ein Sarkomer kann sich jedoch nicht aktiv wieder entspannen. Dazu ist es nötig, dass sich die Myosin-Köpfchen von den Aktin-Filamenten lösen – dies funktioniert mithilfe eines chemischen Stoffes namens ATP (Adenosintriphosphat). Nachdem die Verbindung gelöst wurde, können äußere Kräfte (Schwerkraft oder Anspannung des muskulären Gegenspielers) das kürzer gewordene Sarkomer wieder in die Länge ziehen. Ein einziger Sarkomer ist winzig klein – viele von ihnen in Serie hintereinandergeschaltet zu einem Bündel zusammengefasst, bezeichnet man als Myofibrille (Funktionseinheit der Muskelzelle). Wiederum tausende dieser Myofibrillen bilden eine einzelne Muskelfaser. Und viele Muskelfasern bilden einen Muskel. Und jeder einzelne von ihnen gehorcht im Hinblick auf die Entspannung dem „Gesetz der Sarkomere“.

 

 

Faszien – das geheimnisvolle Gewebe, das alles zusammenhält

 

Die Faszie ist das Bindegewebe, was uns zusammenhält. Wenn Sie Fleisch essen und es selbst zubereiten, dann kennen Sie die kräftigsten Faszien, die einen Muskel als Ganzes wie mit einem elastischen, weißlich-silbrigen Seidenstrumpf umhüllen.

 

In Faszien finden sich verschiedenen Typen von Fasern. Den größten Anteil daran haben Kollagenfasern, die den Faszien ihre Festigkeit geben. Faszien können dadurch länger als Muskeln Haltearbeit leisten, ohne dabei zu ermüden.

 

Weiter gibt es in den Faszien elastische Fasern. Sie können wie eine Metallfeder oder ein Gummiband Bewegungsenergie speichern, wenn eine Faszie gedehnt wird, und diese Energie wieder abgeben, wenn eine gegenläufige Bewegung eingeleitet wird. Sie helfen also bei rhythmischen Bewegungen, aktive Muskelarbeit einzusparen. Doch es gibt auch noch einen weiteren Zelltyp, die sogenannten Myofibroblasten. Wie der Name schon andeutet, enthalten diese Zellen ebenso wie Muskelzellen Myofilamente und besitzen die Fähigkeit, sich aktiv zusammenzuziehen. Sie sind die Grundlage dafür, das Faszien ihre Spannung verändern können – je nach den gestellten Anforderungen.

 

Nun darf man sich die Faszie aber nicht als Seidenstrumpf vorstellen, sondern vielmehr als dreidimensionales Netzwerk, die die einzelnen Muskelbestandteile umhüllt.

 

 

Wechselwirkungen von Organen und Muskeln

 

Viele von uns haben schon die Erfahrung gemacht: Wenn ein Gelenk verletzt oder entzündet ist, verändert man die Bewegungen automatisch so, dass die betroffene Stelle möglichst wenig bewegt und belastet wird. Für Organe oder Gefäße gilt genau das Gleiche: Bei einer Erkrankung versucht der Organismus nach Möglichkeit, das Organ zu schonen und ruhig zu stellen. Zu diesem Zweck werden reflektorisch die Muskeln in der Umgebung des Organs angespannt.

 

Bei Erkrankungen von Lunge, Herz und den großen Gefäßen betrifft dies vor allem Muskeln von Brustkorb, Halswirbelsäule und Schultergürtel. Wenn es Magen oder Leber und Galle nicht gut geht, baut das Zwerchfell Spannung auf. Bei Erkrankungen der Bauchorgane ist die Rumpfwand betroffen und bei Problemen mit den Unterleibsorganen verspannen sich Beckenboden, Gesäß und Hüftmuskeln.